Hallo Leute,
jetzt ist unsere letzte USA-Reise auch schon fast wieder ein Jahr her. Für dieses Jahr ist nichts geplant und so habe ich Zeit, endlich den versprochenen Reisebericht zu schreiben.
Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der Lust hat uns zu begleiten.
Epilog
Irgendwann zwischen Weihnachten und Sylvester 2023 saßen wir gemütlich auf der Couch und im Fernsehen lief einer der vielen Jahresrückblicke. So richtig geguckt haben wir nicht, bekamen nur am Rande mit, dass es wohl eine ringförmige Sonnenfinsternis in Texas gegeben hatte. Dann hieß es, dass 2024 eine totale Finsternis auch über Texas zu sehen sei. Wir schauten uns nur an, nickten beide und damit war entschieden, dass wir versuchen wollten rüber zu fliegen. 1999 hatten wir es nicht rechtzeitig in den Bereich der totalen Finsternis geschafft, da der Schule unter Strafandrohung durch die Bezirksregierung Köln untersagt war, die Schüler früher gehen zu lassen. Jetzt könnten wir das versäumte Erlebnis nachholen.
Das Datum der Sonnenfinsternis wurde eruiert, 8.4.24, und somit blieb nicht mehr allzu viel Zeit für die Vorbereitung, zumal wir beide gerade Urlaub hatten und erst noch die Urlaubsgenehmigung abwarten mussten. Ein erster Blick auf die Hotelsituation zeigte kaum noch freie Kapazitäten und ich reservierte vorab schon Übernachtungen in Austin, nicht allzu weit vom Bereich der Totalen entfernt und noch bezahlbar. Teilweise wurden 4 stellige Dollarbeträge für eine Übernachtung aufgerufen.
Im neuen Jahr kam dann auch die Freigabe durch unsere Arbeitgeber und Rückfragen im Forum bestätigten uns, dass eine nette 14 Tage Tour rund um die Sonnenfinsternis zu planen war. Umsteigen wollten wir nicht wodurch Frankfurt als Abflughafen gesetzt war. Am 14.1. waren dann schließlich die Flüge Frankfurt – Houston und retour über United gebucht. Die Detailplanung konnte beginnen. Viele Reiseberichte wurden durchstöbert und hilfreiche Tipps kamen besonders von Travelina, die ebenfalls zur Sonnenfinsternis (mit größerer Vorausplanung als wir) in Texas unterwegs sein wollte. Ganz so einfach war es nicht noch Unterkünfte im akzeptablen Preissegment zu finden, aber selbst für den 7.-8.4. bekam ich nach längerem Suchen noch ein Hotel nahe der Zentrallinie. Etwas hektisch wurde ich dann noch, als genau dieses Hotel mir einen Preisirrtum mitteilte und den dreifachen Betrag wollte. Als ich nicht direkt reagierte, wurde meine Buchung gecancelt. Intensive Suche brachte ein dann ein Hotel mittig zwischen Austin und Zentrallinie, nicht zu weit entfernt von einem Statepark, in den wir zur Beobachtung des Naturschauspiels fahren wollten. Leider hatte ich aber dann doch kein Glück bei der notwendigen Buchung der Karten für den SP. Sie waren nach einem kurzen Serverabsturz sofort alle ausverkauft. Alternativ konnte ich in einem Regional Park noch buchen. Überall wurde vor chaotischen Zuständen rund um den Tag der Eklipse gewarnt…..wir waren gespannt.
Hier nun das Ergebnis unserer Planungen
27.03.2024 Frankfurt -> Houston
28.03.2024 Houston -> Rockport
29.03.2024 Rockport -> San Antonio
30.03.2024 San Antonio
31.03.2024 San Antonio -> Big Bend
01.04.2024 Big Bend
02.04.2024 Big Bend
03.04.2024 Big Bend -> Ft. Stockton
04.04.2024 Ft.Stockton -> Blanco
05.04.2024 Blanco
06.04.2024 Blanco
07.04.2024 Blanco -> Lakeway
08.04.2024 Lakeway Sonnenfinsternis
09.04.2024 Lakeway -> Dallas
10.04.2024 Dallas
11.04.2024 Dallas -> Houston
12.04.2024 Houston Abflug 6:15 pm
13.04.2024 Frankfurt Ankunft 11:15 pm
Und grafisch
27.03.24
Im Vorfeld der Abreise war es dieses Mal etwas chaotisch, da Roland krank war und auch mich angesteckt hatte. Dem zufolge ging mir alles etwas langsam von der Hand und der obligatorische Hausputz wurde eingeschränkt. Die Versorgung von Haus und Gipsy übernahmen Timo und Jana.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg mit dem Auto Richtung Flughafen Frankfurt. Erst lief es sehr entspannt, aber dann standen wir in einem heftigen Stau hinter einem Unfall. Zum Glück plane ich immer genug Puffer ein und so waren wir dann trotzdem 3 Stunden vor Abflug am Parkhaus. Trotz Platzreservierung gestaltete sich die Suche nach einem freien Platz problematisch. Definitiv waren die Stellplätze nicht auf SUV eingerichtet…zwei davon blockierten unweigerlich drei Parkplätze. Erschwerend hinzu kam das Einbahnstraßensystem im Parkhaus aber schließendlich und unter Missachtung der Fahrtrichtung konnten wir unser Auto abstellen.
Die nächste Hürde stellte die Suche nach dem Check in Schalter dar. Auf dem großen Board im Terminal 1 waren nur die Abflüge bis 13 Uhr zu sehen und (aufgrund der Umbauarbeiten?) gab es auch sonst kein Hinweis, wo wir hin mussten. Zum Glück gab es viel Personal, das für Fragen bereit stand und so fanden wir dann den versteckten Schalter von United. Hier gab es auch direkt vor der Kofferabgabe eine Befragung nach dem warum, wie lang, wohin. Obligatorisch musste noch ein Heißgetränk bei Starbucks den Start des Urlaubs markieren, leider nicht so stilvoll wie sonst in Düsseldorf.
Der gesamte Flughafenbereich machte einen recht mitgenommenen Eindruck, die Toiletten standen unter Wasser und auch ansonsten war hier kein angenehmer Aufenthalt möglich. Der Flugsteig Z war dann etwas moderner und gepflegter. Nach der Passkontrolle hatten wir die freie Wahl zwischen mehreren Countern für den Security Check: viel Personal, keine Passagiere. Wir wollten gerade, wie gewohnt, unsere Elektronischen Geräte auspacken und auch den Inhalt der Taschen leeren, als ganz hektisch ein Sicherheitsmitarbeiter angestürmt kam. All diese Aktionen waren nicht nötig, selbst Getränke hätten wir mitnehmen dürfen, da es sich um eine der neuen modernen Anlagen handelte. Sehr cool und entspannt. Ein wenig Zeit war noch bis zum Boarding, das dann extrem koordiniert von statten ging.
Der Flieger war zwar schon etwas älter aber trotzdem gut in Schuss. Das typische Chicken/Pasta Essen schmeckte
und die Getränkeversorgung war gut. Zusätzlich standen hinter uns (letzte Sitzreihe) Getränke, Wasser und Süßigkeiten zur Selbstbedienung bereit. Der Flug verlief ein wenig bumpy und es kam zusätzliche Unruhe auf, als nach Fiebermedikamenten für Kinder gefragt wurde. In der Mittelreihe sahen wir, dass es einem der Kinder gar nicht gut ging. Auch Roland hatte immer noch mit seinem Husten zu kämpfen.
Es war recht wolkig, nur über Island und Grönland ein paar Lücken.
Irgendwann an Minnesota wurde es dann klarer und man sah erst noch Schnee,
über Iowa wurde es grün,
in Kansas konnte man viele kleine Feuer, teilweise in einer Line sehen.
Das Frühstück fand ich recht lecker, aber leider wie immer nichts für Roland, da mit Käse.
Dank Rückenwind landeten wir 40 Minuten vor der Zeit, mussten aber auf dem Rollfeld warten.
Das gab mir die benötigte Zeit die Daten für MPC (Mobile Passport Control) zu übertragen. Der Weg zur Einreisekontrolle zog sich ein wenig, aber nach dem Hinweis auf MPC durften wir uns in einer relativ kurzen Schlange anstellen. Kurz danach standen wir schon vor dem Officer, ein Foto wurde von mir gemacht und wir mit „Ah, Roland and Petra. Enjoy your visit.“ begrüßt. Das war’s. Keine weiteren Fragen oder Formalitäten, die schnellste Immi ever. Auch die Koffer waren schon da und 20 Minuten nach Verlassen des Fliegers waren wir auf dem Weg zu den Mietwagen.
Bei Hertz Car Rental ging dann allerdings viel Zeit verloren. Wir standen nicht auf dem Bord und kein Auto war für uns vorreserviert. Mit der Aussage, wir können uns ein beliebiges SUV aussuchen, wurden wir von dem nicht gerade motivierten Mitarbeiter (kein Vergleich zu der rührigen Dame ein paar Monate zuvor in Denver) nach Prüfung unserer Unterlagen entlassen. Dumm war nur, dass es nur zwei SUVs hatte: einen Nissan Rouge mit nur 520 Meilen auf dem Tacho, dafür ohne AWD und einen GMC Terrain, zuschaltbares 4WD aber schon 24520 Meilen und ein ganz eigenartiger Geruch im Inneren. Als dann nach einiger Warterei kein besseres Fahrzeug rein kam, entschieden wir uns für den GMC mit seiner gewöhnungsbedürftigen Bedienung. Eine dicke Delle hinten rechts bemerkten wir erst am Hotel.
Der Weg zum Hotel betrug noch etwa 50 Meilen und wir waren so groggy, dass wir im Zimmer fast direkt in Tiefschlaf fielen (10pm).
Hotel
Hampton Inn & Suites Houston/League City
Gefahrene Meilen: 46